Immer wieder muss ich meinen Gästen sagen, lasst den Herd nicht aus den Petroleumherd nicht aus den Augen! Gerade beim Anzünden!
Zuerst etwas Spiritus oder Anzündepaste in die Brennerschale, anzünden und dann warten, bis der Brenner heiß genug ist und das Petroleum innen drin vergast werden kann. Doch wann ist er heiß genug? Das hängt von der Menge an Spiritus ab, aber auch von dem Luftzug, der gerade durchs Boot streicht. Eventuell ist ja die Decksluke über dem Herd gerade offen. Das variiert halt immer ein bisschen, muß man halt heraus bekommen oder im Zweifelsfall es halt den Kapitän machen lassen. Erst im letzten Augenblick, kurz nach dem Verlöschen dieser Flamme schnell den Brenner leicht aufdrehen und das ausströmende Gas anzünden. Wartet man zu lange, ist der Brenner zu stark abgekühlt. Zündet man vorher an, ist der Brenner noch zu kalt, bzw. die brennende Spiritusflamme nimmt der Brennerflamme den Sauerstoff.
Da das Klo genau gegenüber ist, kann man sich auch aufs Klo setzen um den Brenner zu begutachten. Einfach die Türe offen lassen….

Wenn mein Ex-Fregattenkapitän das aber nach dem 5 mal noch nicht kapiert hat, die Brennerflamme mal wieder zu spät anzündet, diese schön gelb brennt und jede Menge Ruß in die Kabine bläst, dann noch den Teekessel auf den Herd stellt in der Hoffnung, dass das alles schon werden wird…..dann den inzwischen schwarz eingerußten und heißen Teekessel vom Herd auf die Kunststoffarbeitsplatte der Pantry stellt, dann…., dann,….. ja dann fühle ich mich angemacht.

Springe zu Ex-Fregattenkapitän und Teekessel, brülle ihn an und schmeiße den Teekessel, der meiner geliebten Moni ist, in hohem Bogen aus der Küchenluke hinaus. Ein kurzes „Klack“ signalisiert mir Kontakt zum Reelingsdraht und der „Platsch“ danach den Aufprall auf`s Wasser.

Ich dachte mir, der wird schnell untergehen mit dem Wasser darin. Wir liegen in der Bucht vor Formentera auf Sand in 8 Meter Tiefe, und die Sonne scheint herrlich vom Himmel. Der Verlust sollte also nur von kurzer Dauer sein, denn der Teekessel wird natürlich heraufgeholt. Wie der allerdings so skurril da unten herumsteht ist so erheiternd, das musste ich einfach fotografieren. Tausende Quadratmeter Sand, und einsam und alleine: Monis Teekessel.

Er ist immer noch in Verwendung!

Teekessel

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